Bonfol ist der heutige Endpunkt der Bahn ab Porrentruy.
Ab 1871 gehörte Elsass-Lothringen zum Deutschen Reich. Unter dem Vorwand die annektierten Gebiete verkehrsmässig besser erschliessen zu wollen, wurde der Bau einer Bahnlinie von Dannemarie an der Strecke Mulhouse - Belfort, nach Pfetterhouse, nahe der Schweizer Grenze, vorgeschlagen.
In Wirklichkeit jedoch wollten die Militärs des Deutschen Reichs eine leistungsfähige Transportachse durch das Largtal entlang der Grenze zu Frankreich erstellen.
Ein Staatsvertrag mit der Schweiz sicherte die Verlängerung der Linie bis Bonfol zu, wo die Porrentruy - Bonfol Bahn RPB ihren Endpunkt hatte. 1910 konnte diese inter-nationale Linie eröffnet werden. Das knapp drei Kilometer lange Teilstück von der Grenze bis Bonfol wurde durch die RPB erstellt. Bis zum Ausbruch des ersten Welt-krieges erlebte die Linie vor allem im Güterverkehr ansehnliche Resultate. Die RPB bespannte die Züge bis und ab Pfetterhouse. Bei Kriegsausbruch wurde der Transit-verkehr unterbrochen. Frankreich eroberte das Gebiet zurück und die Largtalbahn kam zur SNCF. Diese war am Grenzübergang Bonfol jedoch nicht sonderlich interessiert und betrieb den Grenzverkehr auf Sparflamme. (In 12 km Distanz wurde ja noch der Grenz-übergang Delle betrieben). 1946 stellte die SNCF den Personenverkehr ein und senkte die Zahl der Güterzüge auf ein Minimum.
Da die SBB an der Aufhebung der Betriebspflicht auf der Grenzstrecke Nyon - Crassier - (Divonne) interessiert war (die Bahnstrecke war dem Autobahnbau im Wege) wurden beide Staatsverträge im Interesse von SNCF und SBB aufgehoben. 1970 fuhr der letzte Güterzug über die Grenze bei Bonfol.
Die verbliebene Strecke ab Bonfol ist in relativ gutem Zustand. Es scheint jedoch dass seit der Uebernahme des Güterverkehrs durch die SBB die beiden Industrie-Anschluss- gleise nicht mehr bedient werden. Somit wäre auch diese Reststrecke nutzlos gewor-den.
Die Deponie der Basler Chemie-Konzerne bereitete seit langem Probleme mit dem verschmutzten Sickerwasser. Nach langwierigen Verhandlungen wurde beschlossen die Deponie aufzuheben, das heisst die gelagerten Chemikalien zu entfernen. 2008 wurden daher wieder etwa 800 Meter Gleis bis in die Deponie verlegt um das Material per Bahn wegzuschaffen. Diese Transporte werden wahrscheinlich mehrere Jahre dauern.
Nach dem Verlassen der Station Bonfol führte die Strecke zuerst in nördlicher Richtung weiter, drehte dann gegen Osten und beschrieb im Wald an der Grenze zu Frankreich einen weiten Bogen um dann wieder in die nördliche Richtung zu gelangen. Die nächste Station, Pfetterhouse, lag bereits auf französischem Boden. Es waren keine nennenswerten Kunstbauten vorhanden.
Streckenskizze map.search.ch
Ungefähr die Hälfte der Strecke auf Schweizer Boden blieb als Industriegleis erhalten. Die Reststrecke wurde abgebaut. Das ehemalige Trassee ist in der üppigen Vegetation zum Teil sehr schlecht erkennbar. Etwa ein Kilometer hinter dem Gleisende wurde vor Jahren eine Chemiedeponie errichtet. Das Trassee führte mittendurch und ist unter den Ablagerungen verschwunden. Das französiche Teilstück ist bis in die Nähe der Station Pfetterhouse als Forstweg erhalten.
Betriebsaufnahme Strecke:
Bonfol - Grenze - (Pfetterhouse)
1.11.1910
Einstellung Personenverkehr
14.02.1946
Betriebseinstellung Strecke:
Bonfol - Grenze - (Pfetterhouse)
4.01.1970
Streckenabbruch
anschliessend
Ersatzbetrieb
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Streckenlänge
2,6 km
Spurweite
1435 mm
Kleinster Kurvenradius
250 m
Grösste Neigung
16 0/00
Stationen und Haltestellen aufgehoben
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Höhe Ausgangsstation (Bonfol)
437 m.ü.M.
Anzahl Tunnel
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Anzahl Brücken (über 2 m Länge)
3
Betriebsart
Dampf / Diesel
Im Streckenteil der CJ wurden keine Stationen aufgehoben
Station Bonfol 1943. Abfahrbereiter Zug nach Pfetterhouse. Nach dem Tunneleinsturz bei St.Ursanne war die Ajoie über die Schiene von der übrigen Schweiz isoliert. Die Versorgungszüge fuhren ab Basel über Mülhausen - Dannemarie - Pfetterhouse. Coll. A. Dubail
Güterzug der SNCF beim Einfahrsignal von Bonfol. 1943 Coll. A. Dubail
RPB Zug bei Kriegsbeginn 1914 an der damaligen Grenze zu Deutschland.
Grenzbahnhof Pfetterhausen nach der Eröffnung. 1910 Coll. A. Dubail
Ausschnitt aus dem Kursbuch 1910
Bahnhof Pfetterhouse nach der Stilllegung. Foto R. Werder
Ueberführung der D 41 an der Grenze nach der Stilllegung. Foto R. Werder
Bonfol, heutige Endstation der CJ Strecke von Porrentruy .
Bonfol, Ausfahrt der Restrecke (ehemalige Fortsetzung nach Frankreich).
Blick vom Anschlussgleis zurück auf die Station Bonfol.
Das leicht ansteigende Gleis schlängelt sich durch die letzten Häuser von Bonfol.
Die beiden Strassenüberführungen und das Ende der Fahrleitung.
Die erste Ueberführung.
Die zweite Ueberführung.
Die Strecke führt weiter durch Weideland und Obstgärten.
Ein kleiner Hügelzug wird in einem tiefen Einschnitt durchquert.
Blick zurück auf die Strassenüberführung.
Rechts zweigt das Anschlussgleis zur Fabrik ab (schon länger unbenutzt).
Die dritte Strassenunterführung und das baldige Gleisende.
Blickt man zurück sieht man rechts das zweite Anschlussgleis.
Das Gleisende ist erreicht, hinten bei den Büschen ist Schluss.
Weiter gehts nicht mehr!
Das ehemalige Bahntrassee lag rechts inmitten der Wiese. Im Hintergrund liegt das abgezäunte Gelände der Deponie, das Trassee ist abgetragen.
Auf der nordöstlichen Seite der Deponie wird das Trassee wieder sichtbar.
Das Trassee läuft nun direkt auf die französische Grenze zu.
Das Gleis führte durch die Waldlichtung im Hintergrund, die Bäume dahinter stehen bereits in Frankreich. Das Gleis bog vorher nach rechts.
Der Bahndamm liegt nun für mehrere hundert Meter direkt auf der Grenze. Links ein Grenzstein Schweiz / Frankreich.
Hier ist das Trassee bereits besser auszumachen. Es liegt in einem kleinen Einschnitt. Der Grenzverlauf ist rechts in der Böschung, die Schweiz liegt rechts.
Blick zurück, das Schweizer Gebiet liegt links.
Die Strassenüberführung der D 41 im Rückblick. Das linke Brückenfundament liegt auf Schweizer Boden.
Einige hundert Meter weiter dreht das Trassee in einer weiten Kurve nach Norden und verlässt damit das Grenzgebiet. Die Station Pfetterhouse ist nicht mehr weit.