Beim Wort Umspurungen denkt man unwillkürlich an eine verlotterte Schmalspurbahn die saniert und auf Normalspur umgestellt wird - in der Schweiz jedoch lief es genau umgekehrt!
Gesellschaft
Saignelégier - Glovelier RSG
Betriebsaufnahme
1904
Streckenlänge
24,7 km
Spurweite
1435 mm
Betriebsart
Dampf
Umspurung
1953
Neue Spurweite
1000 mm
Betriebsart
Elektrisch
Neue Gesellschaft
Chemin de fer du Jura CJ
Im Berner Jura gab es nach dem zweiten Weltkrieg zwei private Schmalspurbahnen und zwei private Normalspurbahnen. Alle Unternehmungen waren stark defizitär, vernachlässigt und mit Dampfbetrieb. Alle vier Bahnen stellten ein Gesuch um finanzielle Hilfe an den Kanton. Dieser war einverstanden die Bahnen zu sanieren, machte jedoch zur Bedingung dass die vier Unternehmen zu einer einzigen Gesellschaft fusionierten und die Bahn Saignelégier - Glovelier auf Meterspur umgebaut werde, um ein einheitliches Schmalspurnetz zu bekommen. Die Bahn Porrentruy - Bonfol blieb als Normalspurbahn erhalten da sie nicht in derselben Region verkehrt.
Gesellschaft
Bergbahn Rheineck - Walzenhausen
Betriebsaufnahme
1909
Streckenlänge
0,7 km
Spurweite
1435 mm
Betriebsart
Elektrisch
Umspurung
1958
Neue Spurweite
1200 mm
Betriebsart
Elektrisch
Von der SBB Station Rheineck zur Talstation der Drahtseilbahn nach Walzenhausen benötigte man zu Fuss 10 Minuten. Um die Verbindung attraktiver zu machen erstellte man eine normalspurige, elektrische Verbindungsbahn. Die zunehmend mit Alterserscheinungen kämpfende Bahn, die Drahtseilbahn fuhr noch mit Wasserballast, suchte ein neues Betriebskonzept ohne Umsteigen in der Talstation. Die Lösung war eine durchgehende Bahnstrecke in der Drahtseilbahnspur von 1200 mm mit einer Zahnstangenstrecke an Stelle der Drahtseilbahn, und einem einzigen Zahnrad- und Adhäsionstriebwagen. Das Konzept hat sich bis heute bestens bewährt.
Gesellschaft
Schweiz. Bundesbahnen SBB
Betriebsaufnahme
1906
Streckenlänge
2,3 km
Spurweite
1435 mm
Betriebsart
Elektrisch
Umspurung
2001 / 2002
Neue Spurweite
1000 mm
Betriebsart
Elektrisch
Neue Gesellschaft
Wynen- und Suhrentalbahn WSB
Wegen der schlechten Auslastung musste die SBB Strecke Beinwil - Beromünster 2001 geschlossen werden. Zwischen Reinach und Menziken-Burg verkehrte wenige Meter von der SBB Strecke entfernt die schmalspurige WSB im Planum der Hauptstrasse. Mit dem Abbruch der Normalspurstrecke bot es sich an auf dem Trassee ein Schmalspurgleis für die WSB zu erstellen und die Strassenstrecke aufzuheben.
Gesellschaft
Schweiz. Bundesbahnen SBB
Betriebsaufnahme
1877
Streckenlänge
4,2 km
Spurweite
1435 mm
Betriebsart
Elektrisch
Umspurung
2010
Neue Spurweite
1000 mm
Betriebsart
Elektrisch
Neue Gesellschaft
Wynen- und Suhrentalbahn WSB
Zwischen Aarau und Suhr lagen die Strecken der SBB und der WSB nahe beieinander. Da die WSB den wesentlich dichteren Fahrplan anbietet gingen die Frequenzen der SBB Strecke derart zurück dass eine Einstellung des Betriebes unumgänglich wurde. Für die WSB deren Gleis zum Teil in Strassenrandlage, zum Teil ganz in der Strasse liegt, bot sich die einmalige Gelegenheit ihr Schmalspurgleis auf das SBB Trassee zu verlegen. Der Personenverkehr auf der SBB Strecke wurde bereits 2004 eingestellt, der Gesamtverkehr 2007.
Gesellschaft
Schweiz. Bundesbahnen SBB
Betriebsaufnahme
1876
Streckenlänge
6,6 km
Spurweite
1435 mm
Betriebsart
Dampf
Einbau einer 3. Schiene
1912
Verpachtung der Strecke an die BD
1912
Neue Spurweiten (Dreischienengleis)
1435 und 1000 mm
Betriebsart
Elektrisch
Neue Gesellschaft
Bremgarten-Dietikon Bahn BD
In diesem Fall wurde zwar die Normalspur belassen, sie dient weiterhin dem Güterverkehr der ebenfalls durch die BD betrieben wird. Der Personenverkehr jedoch wurde auf Schmalspur umgestellt (Dreischienengleis). Mit dieser Massnahme wurde es möglich dass die BD ihre Schmalspurzüge von Dietikon via Bremgarten bis nach Wohlen führen kann.