Villars liegt nordöstlich von Bex, 23 km von Montreux in Richtung Brig.
Oberhalb Bex, auf einer Terrasse liegen die Touristenorte Chesières, Villars und Gryon. Die Erschliessung über ein schmales Strässchen mit einem Höhenunterschied von 600 Metern war mehr als beschwerlich. Zwischen Gryon und Villars durch die Schlucht existierte gar nur ein Saumweg. Schon früh reifte daher der Gedanke die Orte mit einer Zahnradbahn zu erschliessen. 1901 wurde der Wunsch Wirklichkeit, eine gemischte Adhäsions- und Zahnradbahn fuhr von Bex nach Villars. Das etwas nördlich liegende Chesières fühlte sich vom Verkehr abgehängt und man entschloss sich den Anschluss nach Villars mit einer kurzen Trambahn herzustellen. 1906 konnte diese Tramstrecke welche ebenfalls von der BVB betrieben wurde eröffnet werden. Zwischen Gryon und Chesières verkehrten nun im Lokalverkehr Tramwagen im reinen Adhäsionsbetrieb.
Das Tram leistete während Jahren gute Dienste für Feriengäste und Einheimische. Mit der Zeit jedoch wurde der Trambetrieb auf der schmalen Strasse zum Hindernis und da Chesières nun durch eine direkte Buslinie ab Aigle erschlossen wurde, konnte man auf die Tramstrecke verzichten. 1961 fuhr der letzte Tramwagen auf der Strecke zwischen Villars und Chesières. Ein Bus übernahm danach den Dienst.
Der ehemalige Kopfbahnhof Villars wurde zum Durchgangsbahnhof Richtung Chesières erweitert. Ueber ein kurzes Stück Eigentrassee erreichte das Gleis die Hauptstrasse. Mit der Strasse zusammen wurde auf einer grossen Brücke die Petite Gryonne über-quert. In Chesières trennte sich das Gleis von der nun stark abfallenden Strasse und erreichte auf Eigentrassee die im obern Dorfteil liegende Endstation. Eigene, nennens-werte Kunstbauten waren nicht vorhanden.
Die Fahrzeit betrug 6 Minuten.
Streckenskizze map.search.ch
Vom Tram Chesières ist heute abgesehen von einem kurzen Gleisstück beim alten Bahnhof Villars nichts mehr zu sehen.
Betriebsaufnahme Strecke:
Villars - Chesières
12.08.1906
Betriebseinstellung Strecke:
Villars - Chesières
30.09.1961
Streckenabbruch
1964
Ersatzbetrieb
Bus
Streckenlänge
1,3 km
Strassenstrecken
1,2 km
Spurweite
1000 mm
Grösste Neigung
28 0/00
Stationen und Haltestellen aufgehoben
2
Tiefste Station (Chesières)
1217 m.ü.M.
Höchste Station (Villars)
1253 m.ü.M.
Anzahl Tunnel
----
Anzahl Brücken (über 2 m Länge)
---- (eigene)
Betriebsart
Elektrisch
Elektrischer Betrieb ab
Eröffnung
Stromsystem
Gleichstrom
Spannung
700 V
Anzahl Kurspaare
8
Die eingestellte Strecke besass nur die Zwischenstation Chesières Poste. (Nur Streckengleis). In Chesières waren zwei Stationsgleise und eine Remise vorhanden.
Das alte Stationsgebäude von Villars. um 1906 Foto Archiv SVEA
Abgestellte Fahrzeuge der Tramstrecke Gryon - Villars - Chesières.
In der Station Villars. Foto P. Sutter, Archiv Tramclub Basel
Auf der Fahrt nach Chesières. 1960 Foto G.A. Schetty
Die Brücke über die Petite Gryonne. Foto Archiv J. Wisemann
Im obern Teil von Chesières. Foto Archiv SVEA
Auf der kurzen Eigentrasseestrecke. 1960 Foto G.A. Schetty
Der CFe 2/4 53 auf dem Eigentrassee bei Chesières. Foto Archiv SVEA
Auf der Endstation Chesières. 1906 Foto Archiv SVEA
Der Be 2/2 9 (ex VBZ) in Chesières. 1961 Foto Archiv SVEA
Der BDeh 2/4 26 in der Endstation Chesières. Links das kleine Stations- gebäude und im Hintergrund die Fahrzeugremise. Foto H.U. Würsten
Ausschnitt aus dem Kursbuch Sommer 1961 (Die Tramkurse zwischen Gryon und Chesières sind in diesem Fahrplan der direkten Züge nicht enthalten!)
Das alte Stationsgebäude in Villars beherbergt heute mehrere Ladengeschäfte.
Die beiden ehemaligen Stationsgleise in Villars. Die neue Stationsanlage liegt im Rücken des Fotografen.
Das alte Stationsgebäude von der Westseite. Die Stationsgleise lagen bergseitig des Gebäudes. Bei den parkierten Autos vorbei erreichte das Streckengleis Richtung Chesières wieder die Hauptstrasse und folgte dieser bis kurz vor der Endstation wo noch ein Stück Eigentrassee lag.
Hier wo die Hauptstrasse steil in den untern Dorfteil von Chesières abfällt begann das Eigen-trassee und verlief nahezu horizontal bis zur Endstation.
Das ehemalige Eigentrassee dient heute als Erschliessungsstrasse.
Wenige Meter vor dem Stationsareal lag dieser Bahnübergang.
Erst vor wenigen Jahren wurde auf dem Stationsgebiet von Chesières dieses grosse Apparte-menthaus erstellt. Die sichtbare Strassenzufahrt liegt in etwa auf der Achse des Gleises.