Carouge ist ein Quartier von Genf, die Strecke führte in südlicher Richtung nach Frankreich.
Die Genf-Veyrier Bahn war schon etliche Jahre in Betrieb, als sich auch linksseitig der Arve eine Gruppe bemerkbar machte, die den Grenzort Croix-de-Rozon auf direktem Weg mit der Stadt Genf verbinden wollte. Der französische Nachbarort Collonges-sous-Salève war zwar schon von der GV via Veyrier mit Genf verbunden, doch führte diese Strecke über französisches Gebiet und es musste ein grösserer Umweg in Kauf genommen werden.
Die Beschaffung des nötigen Kapitals machte grosse Mühe und man musste sich mit dem Budget einschränken. So sah man davon ab die Bahn bis in die Genfer Innenstadt zu erstellen und suchte den Anschluss ans Tramnetz in Carouge. Ein Jahr später kam dann der Zusammenschluss mit der VR in Collonges-sous-Salève zustande. Auch für eigenes Rollmaterial konnte man nicht aufkommen. Die Betriebsführung wurde daher der Genfer Tramwaygesellschaft CGTE, später der GV anvertraut. Die Gesellschaften stellten Personal und Fahrzeuge. Die CCR musste daher auch kein Depot erstellen.
Obschon die Frequenzen durch die zunehmende Besiedlung des ländlichen Raumes zunahmen, waren in der Kriesenzeit vor dem zweiten Weltkrieg die Fehlbeträge so gross dass das Unternehmen an die CGTE verpachtet werden musste. 1952 wurde die Strecke dann von der CGTE übernommen und zusammen mit der anschliessenden Tramlinie auf Bus umgestellt.
Die Züge verkehrten während der Hauptverkehrszeiten im 15 Minuten Takt.
Auf dem Place du Rondeau in Carouge hatte die CCR ihren Ausgangspunkt. Immer der Haupstrasse entlang Richtung französische Grenze wurde nach knapp fünf Kilometer Croix-de-Rozon erreicht. Nach dem Passieren der französischen Grenze kamen noch 220 Meter bis nach Collonges, wo der Zusammenschluss mit der ebenfalls meter-spurigen GV erfolgte.
Die Fahrzeit betrug 19 Minuten
Streckenskizze map.search.ch
Da die CCR Gleise zum grössten Teil in oder neben die Strasse verlegt wurden gibt es heute vom ehemaligen Trassee nichts mehr zu sehen. Hochbauten waren keine vorhanden.
Betriebsaufnahme Strecke:
Carouge Rondeau - Croix-de-Rozon
14.09.1907
Croix-de-Rozon - Collonges-sous-Salève
1.01.1908
Verpachtet an CGTE
1.01.1930
Betriebseinstellung Strecke:
Croix-de-Rozon - Collonges-sous-Salève
2.09.1939
Carouge Place du Rondeau - Croix-de-Rozon
4.10.1952
Streckenabbruch
anschliessend
Ersatzbetrieb
Bus
Streckenlänge auf Schweizer Boden
4,6 km
Betriebslänge
4,9 km
Strassenstrecken
2,9 km
Spurweite
1000 mm
Kleinster Kurvenradius
40 m
Grösste Neigung
57 0/00
Anzahl Weichen
14
Anzahl Stationen und Haltestellen
14
Tiefste Station (Carouge)
388 m.ü.M.
Höchste Station (Route d'Annecy)
484 m.ü.M.
Depot / Werkstätte
Unterhalt durch GV bezw. CGTE
Anzahl Tunnel
----
Anzahl Brücken (über 2 m Länge)
----
Betriebsart
Elektrisch
Elektrischer Betrieb ab
Eröffnung
Stromsystem
Gleichstrom
Spannung
550 V
Personalbestand
Betrieb durch GV bezw. CGTE
Beförderte Personen 1908
165 178
Beförderte Personen 1926
335 255
Die Gesellschaft besass kein eigenes Rollmaterial, dieses wurde jeweils von der betriebsführenden Unternehmung (GV / CGTE) gestellt.
Name
Bahn km
Höhe m.ü.M.
HG
Place du Rondeau
0,0
388
1
Grange Collomb
0,5
409
1
Le Plateau
0,8
421
2
Route de Bossey
1,7
421
1
Troinex
2,2
424
2
Route d'Annecy
3,3
484
2
Croix-de-Rozon
4,3
480
2
Frontière
4,6
477
1
Collonges-sous-Salève (F)
4,9
479
2
HG
=
Hauptgleis
Rondeau de Carouge um 1930.
Der Ce 2/2 32 in Carouge.
In Carouge wartet der Ce 4/4 63 auf die Abfahrt. 1951
Zwischen Croix-de-Rozon und Troinex, im Hintergrund der Salève.